Schadegg

Zwei, bei denen die Chemie stimmt

Tanja Schadegg und Katja Beyeler-Schadegg sind Schwestern und führen die Schadegg AG in 4. Generation. Was sie unterscheidet und wie sie sich ergänzen, verraten sie im Interview.

Tanja und Katja, wann wurde klar, dass ihr die Firma Schadegg gemeinsam führen werdet?

Katja: Im Dezember 2008 haben wir beschlossen das Geschäft gemeinsam zu führen. Wir hatten damals beide kleine Kinder und eine allein wäre mit der Geschäftsleitung extrem gefordert gewesen. Es war offensichtlich, dass es beide von uns braucht.

Wie ergänzt ihr euch im Betrieb, wer ist für was zuständig?

Tanja: Glücklicherweise ergänzen wir uns optimal. Ich bin eher ein Zahlenmensch. Deshalb gehören Buchhaltung und Kalkulation in mein Aufgabengebiet. Auch der Einkauf und die Preisüberwachung unserer Lagerprodukte und dementsprechend der Kontakt zu Lieferanten fällt in meinen Bereich.

Katja: Ich bin froh, dass meine Schwester sich so zuverlässig um die Finanzen kümmert. Wichtige strategische, finanzielle Entscheide treffen wir aber gemeinsam. Ich bin wohl etwas kreativer und extrovertierter als Tanja und darum kümmere ich mich mehr um den Auftritt nach Aussen. Ich pflege mehr Kundenkontakte, helfe bei den Messen mit, bin die Schnittstelle vom Innen- zum Aussendienst und kümmere mich um personelle Fragen. 

Wenn wir uns zusammensetzen und diskutieren, finden wir mit Katjas Kreativität und meinen kritischen Überlegungen dann meistens gute Lösungen. Dass wir uns nicht nur als Geschäftspartnerinnen sondern auch als Schwestern gut verstehen, ist auch sehr wertvoll und schön.

Verbringt ihr privat auch noch Zeit?

Tanja: Ja, unsere Familien verbringen gerne auch privat immer mal wieder Zeit miteinander. Auch unsere Ehemänner und Kinder stehen sich sehr nahe und freuen sich immer, wenn sich alle treffen. Ab und zu gibt es auch ein Schwestern-Weekend und wir zwei verreisen zusammen für ein paar Tage. Trotz der gemeinsamen Arbeit können wir immer gut abschalten und das Unternehmen ist dann kaum ein Thema. 

Wie war es, mit einem Familienbetrieb aufzuwachsen?
(lustige Anekdoten? Familienalltag, Gespräche am Mittagstisch)

Tanja: Das Geschäft war stets präsent und ich kannte schon als Kind viele Namen unserer Kunden. Es war selbstverständlich, dass beide Elternteile arbeiteten. Wenn wir uns etwas Ausgefallenes kaufen wollten, mussten wir in den Ferien unser Geld mit dem Abfüllen von Selbstbedienungsartikeln selber verdienen. Manchmal habe ich auch Vorhangprofile gelocht. So konnte ich mir beispielsweise teure Turnschuhe oder eine neue LP von meiner Lieblingsband kaufen.

Katja: Ja das stimmt, so war das! Ich empfand den Ferienjob als hart und oft reute es mich am Ende den Lohn auszugeben, für den ich meine freien Tage geopfert hatte. Heute halte ich es mit meinen Kindern allerdings gleich. Die aktuelle Diskussion zur Gleichberechtigung von Mann und Frau kann ich aufgrund meiner Kindheit nur schwer nachvollziehen, weil bei uns nie zwischen Frauen- oder Männerarbeit unterschieden wurde. Alle machen das, was sie am besten können.

Wie seid ihr in eure Aufgaben hineingewachsen?
(beruflicher Werdegang, allenfalls Reibungspunkte)

Katja: Ich wusste lange nicht, was ich beruflich machen sollte. Alles war möglich! Ich habe sogar die Ausbildung zur Handarbeits- / Sportlehrerin angefangen um dann festzustellen, dass ich doch lieber Wirtschaft studieren möchte. Mein textiles Wissen stammt aber aus der Zeit im Lehrerseminar. Nach dem Studium habe ich berufsbegleitend einen Abschluss in Wirtschaftspädagogik nachgeholt und gleichzeitig an der Berufsschule Wirtschaftsfächer unterrichtet. Das waren spannende Jahre, weil ich gerne junge Menschen um mich habe und fördere. Nachdem ich selbst Mutter wurde, hatte ich aber das Gefühl 24 Stunden am Tag Erziehungsarbeit zu leisten, das wurde mir dann zu viel und ich wollte umsatteln. Da ich während der Ausbildung immer wieder im Geschäft mitgearbeitet hatte und ich mit meiner Schwester oder meinen Eltern bezüglich SCHADEGG immer im Gespräch blieb, waren mir viele Geschäftsbereiche geläufig und der Einstieg entsprechend fliessend und natürlich.

Tanja: Für mich war lange Zeit klar, dass ich einen medizinischen Beruf ausüben möchte. Mit 17 Jahren wurde mir aber bewusst ich, dass mir die wirtschaftlichen Fächer viel näher waren als die Medizin. Ich entschied mich relativ kurzfristig für eine KV-Lehre in einem weltweit tätigen Konzern und konnte da sehr viel lernen und profitieren. Anschliessend absolvierte ich berufsbegleitend eine mehrjährige Weiterbildung an der Betriebswirtschafts- und Verwaltungsschule und konnte da mein Wissen im wirtschaftlichen Bereich vertiefen und ausbauen. Mit Mitte zwanzig bin ich im elterlichen Betrieb eingestiegen und lernte alles von der Piket auf. Da ich über viele Jahre gemeinsam mit unseren Eltern im Betrieb arbeitete, konnte ich enorm viel von ihnen lernen und stetig auch Aufgaben von meinem Vater übernehmen.

Was schätzt ihr gegenseitig aneinander?

Katja: Ich bin von Natur aus eher laut, schnell und ideenreich. Tanja kann mich etwas auf den Boden zurückbringen. Das tut mir gut.

Tanja: Ich bin häufig etwas weniger wagemutig als Katja und habe die Tendenz alle möglichen Szenarien durchzudenken. Wenn wir uns zusammensetzen und diskutieren, finden wir mit Katjas Kreativität und meinen kritischen Überlegungen dann meistens gute Lösungen. Dass wir uns nicht nur als Geschäftspartnerinnen sondern auch als Schwestern gut verstehen, ist auch sehr wertvoll und schön. 

Inwiefern unterscheidet sich euer Geschmack bei der Innendekoration?

Katja: Ich glaube, dass wir einen vergleichbaren Geschmack im Bereich Innendekoration haben. Wir wohnen sehr ähnlich.

Tanja: Ja, das sehe ich auch so. Mein Einrichtungs- und Dekogeschmak ist vielleicht noch eine Spur puristischer. Aber grosse Unterschiede gibt es da nicht.